
Atemarbeit
Im Yoga Sutra von Patanjali bezieht sich unser Üben im Yoga auf die drei Ebenen Körper, Atem und Geist. In jedem Üben versuchen wir die drei Aspekte miteinander zu verbinden und zu einer Einheit zu führen. Dabei beschreibt er die folgenden Qualitäten, die gleichermaßen Ergebnis, wie auch Mittel des Yogaweges darstellen:
Im Körper fest und leicht (stira sukha)
Im Atem lang und fein (dirga sukshma)
Im Geist ruhig und ausgerichtet (ekagrata)
Der Atem kann uns helfen diesen Qualitäten näher zu kommen. Er ist im Yoga das wichtigste Mittel. Den Atem im Yoga nutzen, heißt anders als wir es aus dem Alltag kennen, bewusst mit ihm umzugehen.
Zuerst werden wir uns unseres Atems bewusst, spüren wo er fließt. Im zweiten Schritt verändern wir unseren Atem in Richtung lang und fein (z.B. durch Tönen oder Ujjayi). Durch diese besondere Atemqualität können wir unsere Bewegungsabläufe mit dem Atem verbinden. Wenn sich nun der Atem in den äußeren Bewegungen spiegelt, können “Ungleichmäßigkeiten” klarer wahrgenommen und angepasst werden.
Der Atem gilt in vieler Hinsicht als Verbindung zwischen Körper und Geist. Er ist einerseits willentlich beeinflussbar und andererseits auch ohne unser Zutun immer in Bewegung. Wir können über ihn unseren Geist erreichen und umgekehrt zeigt unser Atem unseren inneren Zustand an. Natürlich ist auch unser Körper mit dem Inneren verbunden, jedoch scheint, die Verbindung die Geist und Atem miteinander eingehen, unmittelbarer zu sein. Vgl. Viveka 1: Atem im Asana, S.18 ff.)